Der Schlaf ist ein komplexer und aktiver Prozess, bei dem sich die Hirn- und Körperfunktionen verändern. Der ungestörte, gut abgestimmte Ablauf vieler Funktionen ist nötig, damit der Schlaf erholsam sein kann.
Äusserlich unterscheidet sich das Schlaflabor nicht von einem Hotelzimmer. Auch geht der Patient zu der Zeit schlafen, die er für richtig hält und kann vorher das tun, was er auch zu Hause tun würde. Erst während der Nacht zeichnen kleine Sensoren seine Körperfunktionen (z.B. Herzfrequenz, Sauerstoffgehalt des Bluts, Hirnströme) auf und können danach von den Schlafspezialisten ausgewertet werden.
Was geschieht im Schlaflabor genau?
Was ist speziell an der Nacht im Schlaflabor?
Was zeigt die Nacht im Schlaflabor auf?
Was geschieht nach der Nacht im Schlaflabor?
Die weitere Behandlung
Wichtige Regeln für den Tag vor der Nacht im Schlaflabor
Was geschieht im Schlaflabor genau?
Eine Übernachtung im Schlaflabor ist für viele Patienten ein wichtiger Schritt auf der Suche nach den Ursachen ihrer Schlafprobleme.
Klinikeintritt
Der Eintritt in die Klinik und der Bezug des Zimmers erfolgt zwischen 18:30 Uhr und 20:00 Uhr, je nach Vereinbarung. Das Zimmer gleicht einem gemütlichen Hotelzimmer, in dem der Patient seine "Nacht im Schlaflabor" allein und ungestört verbringt. Nur wenige und gänzlich lautlose Geräte sind in diesem Zimmer angebracht, z.B. ein kleines Mikrofon zur Aufzeichnung allfälliger Schnarchgeräusche oder eine Infrarotkamera (die unter anderem bei der Entdeckung von unruhigen Beinen hilfreich sein kann). Die meisten technischen Geräte für die Aufzeichnung des Polysomnogramms stehen nicht im Zimmer des Patienten, sondern im so genannten Diagnostik-Raum, in dem während der Nacht auch Mitarbeiter der Klinik für Schlafmedizin anwesend sind, um den Schlaf der Patienten zu überwachen.
Vorbereitung auf die Nacht
Wenn der Patient mit der Umgebung in der Klinik vertraut ist, werden die Vorbereitungen für die Nacht getroffen. Damit das Polysomnogramm erstellt werden kann, befestigt eine speziell ausgebildete Pflegefachfrau kleine Metallplättchen (Elektroden) an Kopf und Körper des Patienten. Alle benötigten Messgeräte sind weder gefährlich noch schmerzhaft und lassen sich gut am Körper befestigen und morgens wieder entfernen. Sobald diese Messgeräte vorbereitet sind, kann der Patient den Abend so verbringen, wie er das auch zu Hause tun würde, z.B. mit fernsehen oder lesen. Es ist wichtig, dass der Patient erst zu der Zeit schlafen geht, die für ihn persönlich stimmt und dass er möglichst alles so macht wie in seinem Alltag.
Beim Zubettgehen
Angeschlossen werden die Messgeräte erst unmittelbar vor dem Schlafen: Wenn der Patient zu Bett gehen möchte, verbindet eine Pflegefachfrau die Elektroden mit einem kleinen Kästchen auf dem Nachttisch, das dann alle Biosignale des Patienten während der Nacht an die Computer im Diagnostikraum übermittelt. Dabei werden sämtliche Kabel zu einer Art Pferdeschwanz zusammengebunden, so dass sich der Patient während der Nacht im Bett weitgehend frei bewegen, drehen und in den gewohnten Positionen schlafen kann. Für die Aufzeichnung der Atembewegungen legt die Pflegefachfrau dem Patient noch zwei elastische Gurte um Brustkorb und Bauch. Ausserdem erhält er einen Fingerclip, mit dem sein Sauerstoffgehalt im Blut und die Herzfrequenz registriert werden kann.
Vom Diagnostik-Raum aus wird die Funktionsfähigkeit der einzelnen Messgeräte anschliessend getestet. Dabei kann die Pflegeperson über die Gegensprechanlage mit dem Patient sprechen. Diese Anlage wird die ganze Nacht eingeschaltet bleiben, so dass der Patient im Schlaflabor sich jederzeit mit dem Personal im Überwachungsraum in Verbindung setzen kann.
Was ist speziell an der Nacht im Schlaflabor?
Während der Nacht
Die meisten Patienten können sich schlecht vorstellen, mit Elektroden am Körper und einem "Kabel-Pferdeschwanz" zu schlafen. Umso überraschter sind sie, wenn sie die Nacht dann wie eine gewöhnliche Hotelnacht erleben und in der Klinik nicht schlechter schlafen als zu Hause. Über dem Bett jedes Patienten im Schlaflabor hängt ein Mikrofon, das ihm ermöglicht, jederzeit mit dem Pflegepersonal im Diagnostik-Raum zu sprechen. Zudem steht jedem Patienten ein Klingel-Schalter zur Verfügung. Für einen nächtlichen Gang zur Toilette genügt es also, sich kurz über die Gegensprechanlage zu melden oder zu klingeln, damit eine Pflegefachfrau die Kabel vorübergehend vom Übermittlungsgerät auf dem Nachttisch löst. Da dies über einen Hauptstecker geschieht, geht es sehr schnell.
Auch andere Bedürfnisse, wie das Öffnen oder Schliessen des Fensters oder das Verstellen des Kopfendes des Bettes, erledigt das Pflegepersonal für die Schlaflabor-Patienten. Wer gewohnt ist, nachts Wasser zu trinken, kann dies problemlos tun. Die Kabel sind genügend lang, um sich im Bett aufrichten zu können.
Was zeigt die Nacht im Schlaflabor auf?
Früher benötigte man für eine detaillierte Schlafuntersuchung rund 800 Seiten Papier. Heute lassen sich alle während der Nacht erfassten Daten am Computerbildschirm abrufen und darstellen. Messbar sind mit:
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zwei elastischen Gurten um Brustkorb und Bauch
Atembewegungen
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einem Mikrophon
Allfällige Schnarchgeräusche
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einem spezieller Clip am Zeige- oder Mittelfinger
Sauerstoffgehalt des Bluts
Für spezielle Fragestellungen werden zudem der Speiseröhrendruck, die Spannung der Kaumuskulatur oder der Arme usw. registriert.
Schlafzyklen
Schlaf ist ein komplexer Prozess, der von vielen Zentren des Gehirns kontrolliert und gesteuert wird. Der menschliche Schlaf läuft in mehreren rund 90-minütigen Zyklen ab. Ein Mensch, dessen Schlaf normal und erholsam ist, schläft in jedem Schlafzyklus immer tiefer, bis er den Tiefschlaf erreicht. Danach taucht der Schlafende quasi wieder auf und gleitet in die so genannte REM-Phase (REM steht für das englische rapid eye movements, also schnelle Augenbewegungen). Diese Phase heisst so, weil sich die Augen unter den geschlossenen Lidern bewegen. Oft träumen Menschen in dieser Schlafphase.
Im Verlauf einer Nacht durchläuft ein gesunder Schläfer das Absinken in den Tiefschlaf und die spätere REM-Phase vier bis sechs Mal, wobei gegen Morgen innerhalb von jedem neuen Schlafzyklus der Anteil des Tiefschlafs weniger und die Dauer des REM-Schlafs länger wird.
Ursachen mit Messungen auf den Grund gehen
Mittels Messung der Hirnströme, Augenbewegungen, Muskelspannung, Herzfrequenz und Atmung kann ein Schlafspezialist die Abläufe im Körper erkennen und feststellen, in welchem Stadium des Schlafs sich eine Person befindet und wie seine Schlafzyklen genau ablaufen. Die Fülle der erfassten Daten liefert ihm verschiedenste wertvolle Hinweise für die Diagnose von Schlafstörungen. Auch der Patient kann einzelne Grafiken und das Videomaterial zusammen mit dem Schlafmediziner ansehen und erfährt so auf anschauliche Weise mehr über die Ursachen seiner Schlafprobleme.
Was geschieht nach der Nacht im Schlaflabor?
Das Polysomnogramm ist eine komplexe Untersuchung: Für eine Analyse und Interpretation der gesammelten Resultate benötigt der Schlafspezialist zwei bis drei Stunden.
Klinikaustritt
Die Kliniken für Schlafmedizin werden zum Voraus mit dem Patient vereinbaren, wann dessen Austritt am Morgen erfolgt. Manche Patienten möchten gerne am Morgen nach ihrer Nacht im Schlaflabor pünktlich an ihrem Arbeitsplatz erscheinen. Das ist durchaus machbar. Andere Patienten hingegen hätten lieber schon vor dem Verlassen der Klinik erste Informationen zu den Resultaten. In diesem Fall ist es manchmal möglich, die nächtlichen Befunde am Vormittag zu analysieren und dann kurz vor dem Mittag mit dem Patienten zu besprechen.
Ergebnisse ansehen und besprechen
Falls die Untersuchung im Schlaflabor Hinweise auf Schlafstörungen gegeben hat, wird der Schlafspezialist diese dem Patienten zum vereinbarten Zeitpunkt mit Hilfe der nächtlichen Aufnahmen genau erklären. Der Patient erhält dabei auch die Gelegenheit, Sequenzen der Aufzeichnungen selber am Bildschirm anzusehen. In der Regel kann der Schlafspezialist bereits an dieser Besprechung der Untersuchungsergebnisse dem Patienten erste Behandlungsvorschläge unterbreiten.
Die weitere Behandlung
Therapieplan ausarbeiten
Aufgrund der Ergebnisse des Polysomnogramms unterbreitet der Schlafspezialist Behandlungsvorschläge und erarbeitet gemeinsam mit dem Patienten einen Therapieplan. Sowohl der Patient als auch sein zuweisender Arzt erhalten einen ausführlichen Bericht. Die Daten des Polysomnogramms bleiben in der Klinik für Schlafmedizin gespeichert und können somit wieder abgerufen und allenfalls mit späteren Tests verglichen werden.
Multipler Schlaflatenztest
Bei Patienten, die Probleme mit erhöhter Schläfrigkeit tagsüber haben, kann es sein, dass der Schlafspezialist nach der Daten-Analyse der Nacht im Schlaflabor (Polysomnogramm) noch eine Untersuchung im Schlaflabor während des Tages anordnet. Dieser so genannte multiple Schlaflatenztest hilft bei der Erkennung der Ursachen von Tagesschläfrigkeit oder -müdigkeit. Er besteht aus fünf Kurzschlafgelegenheiten tagsüber. Patienten, bei denen eine solche weiterführende Untersuchung nötig ist, erfahren dies rechtzeitig, damit sie diesen Tag planen können.
Damit die Daten während der Nacht im Schlaflabor korrekt erfasst werden können, raten wir, am Tag vor dem Klinikeintritt ab 14:00 Uhr folgende Regeln zu beachten: