Stationär
Video ansehen: Stationär in der KSM Zurzach
Untersuchungen und Behandlungen von Schlafstörungen werden grösstenteils ambulant oder während einer Nacht im Schlaflabor durchgeführt. Führen diese Massnahmen nicht zum Erfolg oder ergeben die ambulanten diagnostischen Abklärungen, dass eine ambulante Behandlung nicht möglich ist, bieten wir als einzige Klinik in der Schweiz die Möglichkeit, die Diagnostik und/oder die Therapie im stationären Rahmen zu vertiefen.
Ambulant-stationär-ambulant
Das Ziel des stationären Aufenthalts ist, durch Entlastung von Alltagsaufgaben und die engmaschige therapeutische Begleitung den Teufelskreis z.B. einer Insomnie zu durchbrechen. Die in der Folge notwendige Stabilisierung bis zur Normalisierung des Schlafs kann nach dem stationären Aufenthalt ambulant erfolgen. Für diese Phasen müssen vier bis sechs Wochen eingeplant werden. In dieser Zeit wird die therapeutische Betreuung fortgesetzt. Ausserdem wird festgelegt, welche weiteren medizinischen oder psychotherapeutischen Behandlungen notwendig sind. In der Klinik für Schlafmedizin verstehen wir den stationären Aufenthalt als ein Element in der ambulant-stationär-ambulanten Behandlung.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Um diesem Ziel gerecht zu werden, arbeiten in täglichen Besprechungen ein interdisziplinäres Team von Ärztenaus den Bereichen Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie, HNO, Rheumatologie sowie verhaltenstherapeutisch orientierte Psychologinnen und Psychologen sowie Pflegefachpersonen eng zusammen.
Ein Behandlungskonzept, das wirkt
Unser gesamtheitliches Behandlungskonzept ambulant-stationär-ambulant bewährt sich seit 15 Jahren. Wichtige Grundlagen des Erfolgs sind die einheitliche wirksame Behandlung und der geringe Informationsverlust. Die Ergebnisse wurden systematisch erfasst. Insomnie-Patienten (50 Personen ohne Schlafmittelgebrauch und 39 Personen mit Schlafmittelgebrauch), die während eines Jahres, neben der ambulanten auch eine stationäre Behandlung durchgeführt haben, wurden ein Jahr nach dem stationären Klinikaufenthalt zu folgenden Punkten befragt:
- War die Behandlung erfolgreich?
- Schlafzeit?
- Tagesbefindlichkeit?
- Schlafmitteleinnahme?
- Arbeitsfähigkeit?
Die Ergebnisse:
| | Schlafmittelgebrauch vor Therapiebeginn |
| | ohne | mit |
| Erfolgreiche Behandlung | 81% | 78% |
| Frei von Schlafmitteln nach Therapie | 93% | 76% |
| Zunahme der Schlafzeit pro Nacht | 3.3 h auf 6.05 h | 3.3 h auf 6.9 h |
| Verbesserung des Befindens am Tag auf einer Skala von 1-10 | 3.9 auf 7.4 | 3.1 auf 6.9 |
| Erhöhung der Arbeitsfähigkeit | 31% | 29% |
Wann ist ein stationärer Aufenthalt sinnvoll?
Wenn ...
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eine ambulante Therapie den Schlaf ohne erfassbare Gründe nur ungenügend verbessert.
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ein Schlafmittelentzug ambulant nicht möglich ist.
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die Belastung im Alltag Verhaltensänderungen nicht zulassen.
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die Erschöpfung zu gross ist um die Behandlung durchzuführen.
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sich die Folgen der Schlafstörung in einer Funktionsunfähigkeit im Alltag äussern.
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gleichzeitig mehrere Schlafstörungen vorhanden sind, z.B. Apnoe und das Restless Legs Syndrom.
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beim Restless Legs Syndrom die medikamentöse Behandlung nur ungenügend wirkt oder bei einer Medikamentenumstellung oder -unverträglichkeit.
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verschiedene Krankheiten bestehen, deren Auswirkungen auf das Befinden, insbesondere auf den Schlaf, nicht auseinandergehalten werden können (differentialdiagnostische Klärung).
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eine ausgeprägte Schlaf-Wach-Rhythmusstörung vorliegt.
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neurologische Erkrankungen die Schlafstörungen hervorrufen.
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gleichzeitig mehrere Störungen für die Schlafprobleme verantwortlich sind.
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psychische Faktoren wie Angst oder depressive Stimmung das Umsetzen der Therapie verhindern.
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Schlafprobleme mit psychischen oder psychiatrischen Störungen trotz Behandlung der Grunderkrankung weiter bestehen.
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die Schlafstörung eine Krisenintervention erfordert.
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die Behandlung eines Apnoesyndroms vom Patienten nicht durchgeführt werden kann und es unklar ist weshalb.
Ein stationärer Aufenthalt bringt folgende Vorteile
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Stationäre Patienten erhalten in Bad Zurzach eine engmaschige Betreuung durch das interdisziplinäre Team, die es erlaubt, auch vielschichtige Ursachen einer Schlafstörung zu erkennen und zu überwinden.
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Stationäre Patienten können im Schlaf überwacht werden. Diese Beobachtungen fördern oft neue Aspekte zu Tage, denn schwer behandelbaren Schlafproblemen liegen oft mehrere, zum Teil verdeckte Schlafstörung, zugrunde.
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Stationäre Patienten werden während ihres Aufenthalts von den Verpflichtungen des Alltags und des Berufslebens entlastet. Bei manchen Patienten wird eine wirksame Behandlung nur so erst möglich.
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Schlafverhalten und Tagesstruktur lassen sich im Lauf des Klinikaufenthalts schrittweise, gezielt und therapeutisch begleitet verändern.
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Stationäre Patienten erhalten jederzeit Hilfe bei der Durchführung der Behandlungen. Auftauchende Probleme können unmittelbar angegangen werden und die Mechanismen werden so verständlich, erleb- und erlernbar.
Warum 2–3 Wochen?
Der Zeitraum der stationären Behandlung soll einerseits eine Entlastung vom Alltag bringen, andererseits überschaubar und begrenzt bleiben. Ein zwei- bis dreiwöchiger Klinikaufenthalt bietet den Vorteil, dass die Distanz zum Alltag für Patienten nicht gross wird. Somit ist der Wiedereinstieg in den normalen Alltag erleichtert. Durch die ambulante Vor- und Nachbetreuung verkürzt sich die Dauer des stationären Aufenthalts.
Aus schlafmedizinischer Sicht ist diese Zeit notwendig, um einen Schlaf-Rhythmus aufzubauen. Durch die chronische Schlafstörung geht dieser nämlich verloren. Damit der Körper einen vorgegebenen Ablauf als Rhythmus erkennt, muss dieser in der Regel zehn bis 14 Tage konstant gehalten werden. Als Vergleich: Gesunde Menschen benötigen nach einem Zeitzonenwechsel oder nach Schichtarbeit für die vollständige Umstellungsphase acht bis zehn Tage. Daher sind bei unseren Patienten erst nach zwei Wochen einige wenige Nächte mit stabilem Schlaf zu erwarten. Diese stabilen Nächte sind zwingend notwendig, damit der Patient die Erfahrung machen kann, dass die Massnahmen wirken und so das Vertrauen in die Fähigkeit „schlafen zu können“ wieder gewonnen wird. Leiden Patienten gleichzeitig an mehreren Schlafstörungen oder müssen zusätzlich Schlafmittel abgesetzt werden, verlängert sich der zeitliche Ablauf. Darum sehen wir für diese Patienten einen dreiwöchigen stationären Aufenthalt vor.
Weitere Vorteile
Während dem Klinikaufenthalt werden die Patienten angehalten, aktiv die besprochenen Verhaltensmassnahmen umzusetzen. Dabei wird der Umgang mit Aufgaben und Problemen direkt beobachtbar. So werden oft Mechanismen deutlich, die nicht durch die Schlafstörung bedingt sind, die Behandlung jedoch behindern und nicht selten einen anderen Behandlungs- oder Lösungsansatz erfordern. So kann zum Beispiel die Angst, den Anforderungen der Arbeitsstelle nicht zu genügen, dazu führen, dass sich Betroffene möglichst gut auf den Arbeitsalltag vorbereiten wollen. Dazu gehört für sie auch ein guter Schlaf. So werden die Bedenken nicht „gut genug zu sein“ eng an den Schlaf gekoppelt. Die Aufmerksamkeit wird auf den Schlaf gerichtet. dadurch die Wachheit erhöht. Die Wahrnehmung, immer wacher zu werden, erhöht die Angst nicht schlafen zu können – der Teufelskreis nimmt seinen Lauf. In einem solchen Fall muss die Behandlung der Schlafstörung von der Angst „nicht zu genügen“, entkoppelt werden. Gegebenenfalls kann neben der Insomniebehandlung eine Therapie dieser Ängste erforderlich sein und eingeleitet werden.
Therapeutischen und diagnostische Angebote
Das therapeutische Angebot umfasst: medizinische Eintrittsuntersuchung, ärztliche Visiten, Therapiegespräche mit Psychologinnen und Psychologen, nächtliche Videoüberwachungen, Schlaflabor (PSG), nächtliche Atemmessung (Polygrafie), Sauerstoffmessung (Pulsoximetrie), Multipler Schlaflatenztest (MSLT) oder Multipler Wachbleibe Test (MWT), Schlaftagebuch, Aktometrie, Vigilanzmessung (PVT), Pupillografie usw.
Am Tag fördern wir die Entspannung und das Körpergefühl durch körperliche Aktivierung. Dazu gehören körperliche Aktivitäten wie Fitnesstraining (MTT), Stretching, Konditionstraining, Kreislauftraining, Flossenschwimmen oder Feldenkrais, Qi Gong sowie Tai Chi. Entspannungstechniken werden ebenfalls vermittelt. Das Programm wird individuell zusammengestellt. Es wird eine moderate Aktivierung im Wechsel mit Entspannung etabliert, die den Aufbau des Schlaf-Rhythmus unterstützt. Zeit zur eigenen Gestaltung ermöglicht es, Ruhe und Distanz zu finden, um sich mit der eigene Situation auseinanderzusetzen.
Anmeldung
Patienten können sich selber oder über ihren Hausarzt oder einen zuweisenden Arzt anmelden.
Anmeldeformular für Patienten
Anmeldeformular für Ärzte
Kostendeckung
Erweist sich eine stationäre Behandlung als nötig, holt die KSM vor dem Klinikeintritt bei der Krankenkasse eine Kostengutsprache ein. Patienten sollten in ihrer Versicherungspolice den Zusatz "Spitalaufenthalt ganze Schweiz" eingeschlossen haben.