Schlafstörungen

Zu den häufigsten Schlafstörungen gehören die Insomnie - Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen - das Schlafapnoe-Syndrom sowie das Restless-Legs-Syndrom (RLS).

Die Schlafforschung ist ein relativ junges Fachgebiet der Medizin. Lange betrachtete man den Schlaf in erster Linie als unproduktive und nutzlose Zeit, ein notwendiges Übel. Erst im letzten Jahrhundert begannen Wissenschaftler, sich mit dem Schlaf und Schlafstörungen auseinanderzusetzen. Dabei stellten sie fest, dass der Schlaf bei jedem Mensch nach bestimmten Mustern abläuft und dass ohne ausreichenden und erholsamen Schlaf die Leistungsfähigkeit sinkt und gesundheitliche Probleme auftreten.

 

Was geschieht im Schlaf?

Wie viel Schlaf braucht ein Mensch?

Tagmenschen und Nachtmenschen oder Lerchen und Eulen

Die innere Uhr und der individuelle Schlaf-Wach-Rhythmus

Tipps für erholsamen Schlaf

Mögliche Schlafstörungen


 

Was geschieht im Schlaf?

Jeder Mensch verbringt etwa einen Drittel seines Lebens im Schlaf. In diesem Zustand koppelt man sich zwar von der Umgebung ab. Trotzdem befindet man sich in einem aktiven Prozess, denn im Schlaf geschehen Veränderungen unserer Hirn- und Körperfunktionen, die für unsere Erholung wichtig sind. Nach genauen (heutzutage teilweise messbaren) Abläufen verändert sich eine Vielzahl unserer Körperfunktionen, z.B. die Atmung, der Kreislauf, die Bildung und Abgabe von Hormonen, aber auch die Tätigkeit der Leber und der Nieren.

Die bisherige Schlafforschung weist darauf hin, dass unsere Zellen sich während des Schlafs regenerieren und das Immunsystem dadurch gestärkt wird. Auch für unser Gedächtnis und das Gefühlsleben ist der Schlaf wichtig, weil ein Teil der Einordnung und Verarbeitung unserer Erlebnisse, Ängste, Wünsche und Hoffnungen im Traum geschieht.

Der ungestörte Ablauf verschiedenster Mechanismen im Schlaf ist also nötig, damit wir körperlich, geistig und psychisch gesund sind und uns nach dem Schlaf ausgeruht und leistungsfähig fühlen.

 

Wie viel Schlaf braucht ein Mensch?

Die zur Erholung notwendige Schlafdauer ist individuell verschieden und auch abhängig vom Alter einer Person. Neugeborene schlafen während 16–18 von 24 Stunden, Kleinkinder während 12–14 Stunden. Bis zum dritten Lebensjahr nimmt die Gesamtschlafdauer dann langsam ab. Erwachsene Menschen schlafen im Mittel 7–9 Stunden pro Nacht, Frauen etwas mehr als Männer.

Die für eine Person notwendige Mindestschlafdauer lässt sich ohne Einbussen an Erholung nicht unterschreiten. Auch nur geringe tägliche Verkürzungen führen zu einem sich allmählich vergrössernden Erholungsmangel, der sich in Nervosität, Gereiztheit, Schläfrigkeit oder in der Abnahme der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit äussert.

Einen grossen Einfluss auf den Schlaf haben auch die Anforderungen der heutigen 24-Stunden-Gesellschaft. Etwa ein Fünftel der arbeitsfähigen Bevölkerung arbeitet im Schichtdienst. Es ist wichtig, diesen möglichst gesundheitsverträglich zu gestalten.

Weitere Informationen unter www.schichtarbeit.ch

Länge und Qualität des Schlafs (Erholungsfähigkeit) sind dann genügend, wenn man sich während des Tages frisch, ausgeglichen und leistungsfähig fühlt.


Tagmenschen und Nachtmenschen oder Lerchen und Eulen

Das subjektive Empfinden vieler Menschen, dass sie eher zu den "Tagmenschen" oder zu den "Nachtmenschen" gehören, lässt sich heute wissenschaftlich bestätigen: Es gibt eine solche individuelle Tendenz. Diese ist teilweise genetisch bedingt und zeigt sich bereits im Kindesalter. Von Person zu Person ist die Ausprägung unterschiedlich stark.

Die "Lerchen" sind – auch ohne Hilfe eines Weckers – früh wach und einsatzfreudig, abends dagegen werden sie rasch müde und ihre Leistungsfähigkeit sinkt.

Die "Eulen" hingegen sind abends sehr munter, können nur spät einschlafen und haben dafür grosse Mühe, morgens rechtzeitig aufzustehen und in den Morgenstunden aktiv und konzentriert zu sein.

Die Ausprägung als "Lerche" oder "Eule" verändert sich bei jedem Menschen auch mit dem Alter: Während kleine Kinder meist "Lerchen" sind, werden sie im Laufe der Pubertät zunehmend zu "Eulen". Im Seniorenalter kommt es dann erst oft wieder zu früheren Schlafzeiten und früherem Aufstehen.


Die innere Uhr und der individuelle Schlaf-Wach-Rhythmus

Der Schlaf-Wach-Rhythmus wird von einem Kern im Hirnstamm vorgegeben und ist individuell verschieden: Jeder Mensch verfügt über seine persönliche "innere Uhr". Dieser individuelle Rhythmus wird über das Tageslicht und die (je nach Tageslicht unterschiedliche) Produktion eines Hormons namens Melatonin an unseren 24-Stunden-Tag angepasst.

Licht und auch der Stoff Melatonin können von einem Schlafspezialisten gezielt eingesetzt werden, um z.B. Menschen bei Schichtarbeit oder mit häufiger Reisetätigkeit in verschiedenen Zeitzonen (Jetlag) zu helfen.

Moderne Untersuchungsmethoden des menschlichen Speichels ermöglichen heute die genaue Messung des Melatonin-Anstiegs im Körper und damit die Bestimmung des natürlichen individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus. Steht dieser fest, so kann der Schlafspezialist Licht und/oder Melatonin gezielt zur Beeinflussung des Schlaf-Wach-Rhythmus einsetzen.

Mehr Informationen unter www.melatonin-check.ch

Tipps für erholsamen Schlaf

Menschen, die den Eindruck haben, dass sie am Morgen immer unerholt sind und sie sich auch im Laufe des Tages matt fühlen, sollten die professionelle Hilfe ihres behandelnden Arztes oder eines Schlafspezialisten in Anspruch nehmen.

Die nachfolgenden vier goldenen Regeln für erholsamen Schlaf haben wir für Personen zusammengestellt, die sich grundsätzlich nach ihrer Nachtruhe fit und voll einsatzfähig fühlen und nur vereinzelt unter Schlafproblemen leiden. Auf dem Weg zu besserem Schlaf können diese Tipps vielleicht eine Unterstützung bieten:

1. Entspannung am Abend

Eine verbreitete Ursache von Schlafstörungen ist Anspannung im Alltag (z.B. Beziehungsprobleme in Partnerschaft/Familie, Belastungen im beruflichen Umfeld, finanzielle Sorgen, Krankheiten) sowie aussergewöhnliche Ereignisse (z.B. Trauer infolge eines Todesfalls, Verlust des Arbeitsplatzes). Schlafprobleme mit solchen Ursachen verschwinden wieder, sobald die beunruhigenden Probleme gelöst werden können. Leider ist die Beseitigung der Quelle der Belastungen meist nicht von einem Tag auf den anderen möglich. So kann z.B. die psychische Belastung nach dem Tod des Partners Jahre dauern.

Es gibt jedoch auch Stressfaktoren für den Körper, die sich von Heute auf Morgen eliminieren lassen: Viele Menschen sind sich nicht bewusst, welche einfachen Massnahmen zu ihrer Entspannung am Abend beitragen können.

2. Das optimale Schlafzimmer

Die Lage und Ausstattung des Schlafzimmers kann viel zu einer erholsamen Nacht beitragen. Das ideale Schlafzimmer verfügt über:

  • Klare Einrichtung als Schlaf- und Ruhezimmer, also ohne Fernseher

  • Ausreichend grosses, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmtes Bett

  • Gutes Raumklima (Temperatur, Lüftung, Materialien)

  • Möglichst geringe elektromagnetische Strahlung

3. Ungestörte Nachtruhe

Verschiedenste Faktoren können den Schlaf stören oder unterbrechen. Etliche lassen sich beseitigen:

  • Lärmquellen ausschalten (z.B. Telefon, tickende Uhren)

  • Schlafzimmer als privater Rückzugsort, ohne Kinder oder Haustiere im eigenen Bett

  • Nächtlichen Harndrang reduzieren


4. Vorsicht mit Medikamenten

Viele Arzneimittel enthalten Substanzen, die leichte bis schwere Ein- und Durchschlafstörungen verursachen können. Dazu können auch rezeptfrei erhältliche und rein pflanzliche Präparate gehören: Stimulierende Inhaltsstoffe (z.B. Koffein) sind in sehr vielen Produkten enthalten. Wenn Sie den Eindruck haben, dass ein von Ihrem Arzt verordnetes Arzneimittel für Ihre gestörte Nachtruhe verantwortlich ist, setzen Sie das Medikament auf keinen Fall einfach ab. Aber besprechen Sie die Schlafprobleme auf jeden Fall mit Ihrem Arzt.

Mögliche Schlafstörungen

Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung kennt Schlafprobleme aus eigener Erfahrung. Jeder zehnte in der Schweiz leidet an einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung.

Schlafstörungen können sich ganz unterschiedlich äussern, z.B. als

  • Einschlafschwierigkeiten

  • Häufig unterbrochener Schlaf

  • Nicht erholsamer Schlaf

  • Schläfrigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit während des Tages

  • Schlafmittelgebrauch und -abhängigkeit

  • Atembeschwerden (schweres Schnarchen und Atemstillstände, Apnoe)

  • Nächtliche Herz- und Kreislaufbeschwerden

  • Nächtliche Beinbewegungen (unruhige Beine)

  • Störendes Verhalten im Schlaf oder Halbschlaf

Die Kliniken für Schlafmedizin unterstützen und begleiten sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu erholsamem Schlaf.


 

 

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