Schlafmittel (Hypnotika)

Heutzutage steht dem Schlafmediziner eine grosse Auswahl von Medikamenten zur Verfügung, von denen er Wirkung, Nebenwirkungen sowie Ausschleich- und Absetzprobleme kennt. Für den einzelnen Patienten gezielt ausgewählt und richtig angewendet, kann ein Schlafmittel Phasen von Schlaflosigkeit und Schlafmangel überbrücken.

Das teilweise bestehende negative Image von Schlafmitteln hängt vor allem damit zusammen, dass bei gewissen Medikamenten nach längerem kontinuierlichem Konsum Abhängigkeiten und Absetzprobleme entstehen können.

Grundsätzlich werden Schlafmedikamente von einem Schlafmediziner nur vorübergehend (z.B. zur Überbrückung einer Krisensituation) verordnet. Die meisten Ein- und Durchschlafstörungen können ohne Medikamente behandelt werden.

Detaillierte Informationen zu einzelnen Schlafmedikamenten finden Sie im Internet. Wir möchten hier für Sie wichtige grundlegende Informationen zum Thema zusammentragen, die sich einerseits auf eine Vielzahl von Untersuchungen stützen und andererseits unsere langjährige Erfahrung wiedergeben.

Was Sie vor der Behandlung einer Ein- und Durchschlafstörung wissen müssen:

Die Ursache der Schlafstörung wird durch Schlafmittel nicht behandelt:

Mit der Ausnahme der Behandlung von Depressionen oder Angststörungen (die häufig zu Schlafstörungen führen und mit schlafanstossenden und angstlösenden antidepressiv wirkenden Medikamenten behandelt werden können), setzen die schlafanstossenden Medikamente nicht an der Wurzel der Schlafstörung an. Die Schlafstörung besteht so nach Absetzen des Medikaments unverändert weiter und muss genau abgeklärt und ursächlich behandelt werden.

Ein natürlicher Schlaf wird durch das Schlafmittel nicht erreicht:

Die Regulation des Schlafes und der Wachheit geschieht im Gehirn durch das Zusammenspiel vieler verschiedener Übertragungsstoffe (in definierten Hirnregionen oder -kernen). Medikamente können jedoch nur die Wirkung eines oder weniger Übertragungsstoffe so imitieren, dass das Schlafen erleichtert wird. Eine genaue Nachahmung des natürlichen Schlaf-Prozesses ist daher bis heute mit keinem Schlafmedikament möglich.

Wichtige Regeln bei der Einnahme von rezeptpflichtigen Schlafmedikamenten:

  • Besprechen Sie Ihre Schlafprobleme mit Ihrem Arzt oder einem Schlafspezialisten: Eine seriöse Diagnose ist wichtig, denn es gibt Krankheiten, sie sich hinter Schlafproblemen "verstecken" und durch die Einnahme von Schlafmedikamenten allenfalls noch verschlimmert werden (z.B. wenn Atemstörungen im Schlaf die eigentliche Ursache einer Durchschlafstörung sind).

  • Erwähnen Sie dabei alle Schlafmittel, die Sie einnehmen, denn sie können in Kombination mit anderen Medikamenten zu Nebenwirkungen führen.

  • Halten Sie sich an die vom Arzt verschriebene Dosis des Schlafmittels und allfällige vereinbarte Tage ohne Schlafmedikamenteneinnahme.

  • Verzichten Sie auf alkoholische Getränke während der Zeit, in der Sie Schlafmedikamente einnehmen, denn Alkohol kann die dämpfende Wirkung und die Nebenwirkungen von Schlafmitteln verstärken (was insbesondere am Steuer gefährlich ist).

  • Wenn Sie regelmässig und seit mehr als vier Wochen ein rezeptpflichtiges Schlafmittel einnehmen, dann setzen Sie das Schlafmedikament nicht abrupt ab, sondern besprechen Sie mit Ihrem Arzt das langsame Ausschleichen. Nach längerer Schlafmitteleinnahme braucht es meistens Zeit und Geduld, bis der Schlaf nur wieder genauso ist, wie er war, bevor Sie mit der Einnahme des Medikaments begannen.

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